Sportsbusiness - 600€ on top - mit Steuerberater Florian Würsig Teil 2

In der aktuellen Episode des Sportsbusiness Podcasts geht es weiter mit dem zweiten Teil mit Maurice und seinem Steuerberater Florian Würsig. Hört euch auf jeden Fall auch die erste Folge an ;) Denn die beiden knüpfen an die erste Folge an und sprechen über weitere Themen bezüglich Steuern. Maurice spricht den §20 SGB V, nach welchem Präventionskurse zertifiziert werden und den §3 Nr. 34 Estg. an. Maurice und Flo teilen ihr Expertenwissen zu beiden Paragraphen und erklären dir die steuerlichen Vorteile eines zertifizierten Kurses.

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Maurice und Florian sprechen in der zweiten Folge bewusst über Gesundheitsförderung in Unternehmen. Diese Thematik ist auch für Trainer ein interessanter Bereich und nicht nur für die Unternehmen an sich. Grundsätzlich gibt es gewisse Regularien in diesem Bereich und nicht jeder kann einen Kurs anbieten. Aber der große Vorteil von Gesundheitsförderung: Man kann damit viele und vor allem neue Leute erreichen!



Expertenwissen zu §20 SGB V


Die Paragraphen im Sozialgesetzbuch sind eher nicht mehr das Revier von Steuerberatern, weshalb Maurice sich in diesem Bereich wahrscheinlich besser auskennt als Florian.

Grundsätzlich geht es im §20 SGB V um die Zertifizierung von Kursen für die Krankenkasse und regelt die Orientierung am §3 Estg. Mit einem zertifizierten Kurs und zertifizierten Trainern kann man dann die Vorteile von §3 Nr. 34 nutzen und Kurse anbieten.


Letzten Endes können Endkunden die Kosten für einen zertifizierten Kurs bei der Krankenkasse teilweise rückerstatten lassen. Im Schnitt zahlt eine gesetzliche Krankenkasse 75€ zurück.

Dieses System funktioniert vor allem so gut, weil man so auch die Leute erreichen kann, die sich keinen Trainer für 100€ leisten können oder sonst keinen Kurs für 100€ bezahlen wollen.

Das Thema Inklusion spielt hierbei also auch eine große Rolle. Man möchte Leute zum Sport machen, bewegen und dann besonders die, die seit Jahren nichts mehr gemacht haben.

Aber auch die Krankenkassen haben die gesellschaftliche Verantwortung in die Gesundheit der Menschen zu investieren.


Es gibt vier Bereiche, in denen man sich zertifizieren lassen kann: Ernährung, Gesundheit, Psyche/Stress und Suchtmittelkonsum.

Diese Zertifizierung ist nicht zuletzt auch ein sehr gutes Verkaufsargument für Kursanbieter und Trainer. Man kann so mit einem sehr guten Gewissen in ein Unternehmen reingehen und dort Kurse halten, die qualitativ sehr hochwertig sind. Denn die Kurse werden von der ZPP (Zentrale Prüfstelle für Prävention) geprüft und zertifiziert. Die Ansprüche der ZPP sind in den letzten Monaten auch höher geworden, da das Thema Gesundheitsförderung immer mehr an Bedeutung gewinnt.


Wenn man einen Kurs zertifizieren lassen möchte, dann gibt es einige Voraussetzungen, die man erfüllen muss. Hierzu zählt z.B. ein abgeschlossenes Studium im Sportbereich, ein Examen in der Physiotherapie oder Osteopathie oder eine Facharztausbildung etc.

Man kann dann Konzepte schreiben und diese zertifizieren lassen und auf deren Basis dann auch Trainer zertifizieren. Diese Zertifizierung ist 3 Jahre lang gültig und so kann man dann Kurse im Fitnessstudio anbieten oder auch in Vereinen. Oder man spezialisiert sich auf die Gesundheitsförderung in Unternehmen und bietet dort den Kurs an.



Expertenwissen zu §3 Nr. 34 Estg.


Mit dem §3 Nr. 34 Estg. kennt sich Florian bestens aus. Es zählt zum Einkommenssteuergesetz mit dem Stichwort Lohnoptimierung: Was kann man machen, dass dem Arbeitgeber und -nehmer etwas bringt?


Der Paragraph besagt, dass wenn du eine Leistung xy als Arbeitgeber für deine Arbeitnehmer anbietest, ist diese bis zu einem gewissen Betrag x steuerfrei. Der aktuelle Betrag liegt ungefähr bei 600€ pro Mitarbeiter pro Jahr.

So kann man seinem Arbeitnehmer z.B. eine Art „Gehaltserhöhung“ in Form eines Kurses geben, bei dem die Leistung dann auch direkt beim Arbeitnehmer ankommt und kein Geld versteuert werden muss, wo dann nur noch die Hälfte von übrig bleibt. Denn angenommen der Arbeitgeber erhöht das Gehalt um einige Euro, dann werden erst noch die Lohnsteuer und die Versicherungen abgezogen, ehe die Lohnerhöhung bei dir ankommt. Die Leistungen des Kurses gelangen jedoch ohne Umwege zum Arbeitnehmer, welcher davon viel mehr profitieret.

Wenn du dich für die gesamte Beispielrechnung interessierst, dann höre unbedingt die gesamte Folge an ;)



Wieso wird das Ganze überhaupt vom Staat gefördert?


Das hat vor allem einen gesellschaftlichen Hintergrund. Denn Gesundheitsförderung soll sich lohnen, sodass die Menschen weniger Beschwerden haben und die Arztbesuche im Alter verringert werden. Aber das Ganze wirkt sich auch auf die Arbeitszeiten und Ausfalltage aus, welche im besten Fall reduziert werden können, weil die Erkrankungen des Muskelskelettsytems durch die Gesundheitsförderung zurückgehen.


Der Grundgedanke einer betrieblichen Gesundheitsförderung ist es also, die Wirtschaft zu stärken, was dann für den Staat sehr lukrativ ist.

Und der Steuerfreibetrag ist natürlich besonders attraktiv für den Arbeitgeber, denn so kann dieser Kurse mit bestem Gewissen anbieten und ist durch die vielen Vorteile auch länger produktiv, was dann auch dem Staat wieder zugutekommt.



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