Sportsbusiness - mit Christopher Weber

Heute im Sportsbusiness Podcast zu Gast: Christopher Weber, Bobfahrer in der deutschen Nationalmannschaft und Unternehmer.

Maurice und Chris sprechen über viele spannende Themen vom Training eines Bobfahrers im Sommer, Corona und Wettkämpfe bis hin zu seiner Arbeit im Familienunternehmen seines Vaters. Arbeit und Sport unter einen Hut bekommen? Kein Problem für Chris! Wenn du nicht verpassen willst, wie es ist, ohne Zuschauer einen Eiskanal runter zu fahren oder auf welche Förderungen die deutschen Sportler hoffen können, dann lese jetzt weiter!


Chris war offiziell schon einmal, inoffiziell zweimal (technische Probleme), im Körperkonzept Podcast zu Gast (Folge 6). Auch er stellt fest, dass sich das Podcast Setup innerhalb der letzten zwei Jahre stark verändert und professionalisiert hat.

Aber wer ist Chris eigentlich? Christopher Weber ist Bobanschieber in der deutschen Nationalmannschaft und fährt für das Bob Team Hansi Lochner. Außerdem arbeitet er nebenbei Vollzeit im Familienunternehmen seines Vaters. Als Anschieber trainiert Chris Kraft-/Schnellkraft und Sprint.







Momentane Trainingssituation


Die Saison ist nach der WM in Altenberg im Februar/März zu Ende gegangen. Chris und sein Team wurden dritter im vierer Bob. Nach dieser Saison, in der jeder seine kleinen Probleme und Verletzungen hatte, ist der dritte Platz dennoch ein zufriedenstellendes Ergebnis. Nach dieser körperlich und mental anstrengenden Saison stand eine kurze Pause auf dem Plan und dann wird fleißig weiter trainiert. Denn die nächste Saison wird eine olympische Saison werden, in der man auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking zusteuert.


Wegen Corona hatte man auf Wettkämpfen nie Kontakt zu anderen Teams und war immer in seiner eigenen Bubble. Man hat sich lieber im Transporter der Bobs umgezogen und auch beim Essen wurden alle in kleine Gruppen aufgeteilt, damit sich niemand anstecken kann. Es wurden immer Masken getragen, auch beim Aufwärmen. Dies bedeutet natürlich zusätzliche Anstrengung. Lediglich im Startbereich und unter dem Helm durfte man die Maske abnehmen. Das ganze System hat sehr gut funktioniert, denn es gab keinen einzelnen positiven Coronafall im eigenen Team.


Nach der WM waren zwei Wochen Pause angesetzt, um danach dann zum Bob Test nach Frankreich zu fahren. Leider hat sich Chris in Frankreich mit Corona angesteckt und ist beim Aufkommen leichter Erkältungssysteme direkt wieder zurück nach Deutschland gefahren, um dort einen Test zu machen. Am Anfang der Infektion hatte Chris nur leichte Symptome, aber am nächsten Tag kam Fieber und Schüttelfrost dazu. Er sagt, dass er sich noch nie so schlecht gefühlt hat. Nach einigen Tagen klangen die Symptome so langsam ab, aber selbst nach über einer Woche später war es ihm nicht möglich, ein Workout zu machen. Mehr als ein paar leichte Übungen waren nicht drin, denn die Muskelkraft hat durch Corona sehr stark nachgelassen und eine Infektion ist selbst für einen sehr sportlichen Menschen wie Chris nicht zu unterschätzen. Mittlerweile ist er wieder so fit wie vorher.

Die Infektion liegt jetzt etwa 3-4 Wochen zurück und Chris steigt jetzt wieder voll ins Training ein.



Wettkämpfe in Zeiten von Corona


Man war sechs Wochen nur in seiner eigenen Bubble unterwegs und nicht einmal zu Hause und im eigenen Bett geschlafen. Um sicher zu gehen, wurde jeder drei mal die Woche getestet.


"Die Saison war mental sehr anstrengend. Ich hätte es nie gedacht, aber auch beim Bob, wo man immer denkt, da wären nicht viele Zuschauer, war es einfach ultimativ langweilig, man kann es sich nicht vorstellen!"

Chris hat stark unterschätzt, wie es ist, ohne Zuschauer seine Wettkämpfe zu bestreiten. Es ist sehr schwer, sich selbst zu pushen, wenn keinerlei Atmosphäre vorhanden ist. Das ist dann wie im Training, aber dort bringt man schließlich auch nicht seine Höchstleistung.

Emotional sind die Wettkämpfe somit was ganz anderes, als wenn Chris Freunde in Winterberg an der Bahn sind und ihn anfeuern. Da hat man wirklich weniger Spaß.



Training nach Saisonende


Eigentlich war ein kleiner Urlaub zur Erholung angedacht, aber aufgrund der Corona Infektion verbrachte Chris seinen Urlaub mit zwei Wochen Quarantäne. Normalerweise hätte Chris in seiner freien Zeit normal gearbeitet und wäre dann ins Sommertraining eingestiegen.


Wie sieht ein typisches Sommertraining eines Wintersportlers aus? Es geht ins Aufbautraining mit längeren Trainingseinheiten als während der Saison. Trainiert werden vor allem Kraft und Sprint in größeren Umfängen. Chris geht aber nicht auf Volumen/Masse, sondern auf Funktionalität.

Der Trainingsinhalt: viele Kniebeugen; einbeinige Kniebeugen, Pin Squats (ähnliche Position und Bewegungsablauf wie beim Start beim Bob), Lifts, Beuger Curls, Nordic Curls und verschiedene Sprints.

Kraft und Sprint werden eigentlich in verschiedenen Einheiten trainiert, aber manchmal folgen kleinere Sprints, bei denen man dann auch nicht 100 % geben muss, auf eine Krafteinheit.



Sportler und Vollzeitjob


Chris arbeitet in dem Familienunternehmen seines Vaters. Dort hat er sich auch ein eigenes kleines Fitnessstudio eingerichtet und spart so enorm viel Zeit, da sich so Arbeit und Sport viel leichter vereinen lassen.

Er ist Olympia-Athlet und arbeitet trotzdem mindestens 40h die Woche.



Förderung der Deutschen Sporthilfe


Die deutsche Sporthilfe unterstützt Sportler finanziell und kommt für den Arbeitsausfall während der Saison auf. So kann Chris Arbeit und Sport noch besser mit einander vereinen.

Aber auch die Bundeswehr oder Bundespolizei bieten verschiedene Angebote zur Unterstützung deutscher Athleten an. Chris erzählt, dass man bei der Bundeswehr z.B. einmal im Jahr einen Lehrgang hat, nebenbei sogar noch studieren könnte und sich durch die Förderung noch gut auf seinen Leistungssport fokussieren kann. Die Bundeswehr war aber für Chris keine Option, da er schon sein Studium abgeschlossen hatte und mit der Unterstützung der deutschen Sporthilfe und dem Familienunternehmen bessere Optionen hatte. Sport und Job sind zwar der stressigere Weg, aber für sich persönlicher kann er sich so viel passender auf das Leben nach dem Sport vorbereiten.



Training für Olympia


Wie vorhin schon angesprochen stehen nächste Saison die Olympischen Spiele in Peking vor der Tür. Deshalb startet die Vorbereitung schon jetzt und im September wird entschieden, wer in den Kader und dann anschließend mit zu den Spielen kommt. Natürlich steigt somit auch der Konkurrenzkampf, aber Chris kann sich so auch viel mehr pushen.


"Bobfahren ist eine Team- und Einzelsportart zugleich. Bis zum Bob ist es eine Einzelsportart, die zur Teamsportart wird, wenn man gemeinsam Rennen fährt."

Bis September trainiert jeder individuell mit seinem Trainer. Chris Trainer wohnt aktuell in Zürich. Patrick Seile ist Bundes- und Kurzsprinttrainer in der Schweiz. Gemeinsam wird er mit Chris und anderen Athleten ein Trainingslager absolvieren, welches für Chris persönlich sehr wichtig ist, um sich bestmöglich vorzubereiten. Momentan macht Chris mindestens sechs, aber manchmal auch bis zu neun Einheiten die Woche. Und das neben seinem Vollzeitjob.



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