Therapie & Performance - mit Andrea Klein über das vegetative Nervensystem

In der aktuellen Folge Therapie & Performance hat Thomas Andrea Klein zu Gast. Sie ist Allgemeinmedizinern und Expertin für viele verschiedene Tools des vegetativen Nervensystems. Sie sprechen über genau dieses Nervensystem, in dem es einen Erreger und Beruhiger gibt. Sie stellen sich die Frage, wie man den Beruhiger aktiviert und warum man das tun muss. Außerdem gehen sie auf die Gründe von Depressionen ein und warum es psychische Probleme überhaupt gibt.

Thomas geht auch der Frage nach, warum Andrea keinen Doktortitel hat, obwohl sie Medizin studiert hat und warum er kein fertiger Osteopath ist.

All diese Fragen klären sich in der heutigen Folge Körperkonzept. Wenn du diese und viele weitere spannende Antworten zum Thema Psychologie nicht verpassen willst, dann lese jetzt den Beitrag zur aktuellen Folge und abonniere das Körperkonzept Kollektiv!



Werdegang Andrea Klein


Nach dem Abitur hat Andrea eine Ausbildung zur Krankenpflegerin gemacht und anschließend fast 7 Jahre in der Pflege gearbeitet. Sie entschied sich dazu, ein Medizinstudium an ihre Ausbildung dranzuhängen, welches sie in Bochum in der Regelstudienzeit absolvierte, aber ohne Doktortitel abschloss, da neben Arbeit und Studium keine Zeit mehr für eine Doktorarbeit blieb. Denn die praktische Arbeit war ihr viel wichtiger als der Titel.


„Andere machen Wissenschaft und das mache ich halt nicht. Aber das ist in Ordnung, damit bin ich fein.“



Andrea arbeitet jetzt in einer allgemeinmedizinischen Praxis im Kreis Groß-Gerau. Sie ist jetzt am Ende ihrer Weiterbildung zum Facharzt in der Allgemeinmedizin, welche sie nach fünf Jahren Weiterbildung und einer Prüfung abschließen wird. Die Allgemeinmedizin ist eine sehr anspruchsvolle und vielseitige Fachrichtung, welche fachübergreifendes und grundlegendes Wissen in alle Richtungen vereint.



Patienten teilen


Thomas und Andrea teilen sich auf einer gewissen Weise manchmal den ein oder anderen Patienten. Als Beispiel nennen sie einen Herzinfarktpatienten. Es war ein junger Mann, nicht mal 30 Jahre alt, welcher unter starken Herzschmerzen litt. Er kam zu Andrea in die Praxis und hat sich über seine alte Hausärztin aufgeregt, die ihn immer wieder wegschickte, weil sie dachte, dass seine Schmerzen nicht echt seien.

Der Patient wurde sogar schon öfter mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus gebracht, wo aber nie etwas gefunden wurde.


Andrea schaute dann als Erste etwas genauer hin. Der Patient war auch sehr reflektiert, was psychische Probleme anging und schreckte auch vor solchen Ursachen nicht zurück. Aber Andrea fiel direkt auf, dass kaum eine Rotation im Kopf möglich war und der Patient sich sehr komisch bewegte. Daraufhin hat sie ihn zu Thomas verwiesen.

Dann kam er zu Thomas und nach 15min Korrektur der Halswirbel und Rippen waren die Blockaden in den Brustwirbeln gelöst, welche den Herzmuskel angesteuert und dann die Schmerzen ausgelöst haben. Diese Schmerzen in der Brust entsprachen den klassischen Herzinfarkt Symptomen, weshalb es auch verständlich war, dass er öfter mit dem Notarzt ins Krankenhaus kam.



Thomas Erfahrung am eigenen Leib


Auch Thomas hatte schon mal so einen ähnlichen Fall bei sich. Er stand an der Bank und hat die Trikots gerahmt, die man immer in seiner Praxis im Hintergrund sieht. Dabei hat sich auf einmal war in seinem Rücken verhakt und eingeklemmt, sodass er auch Schmerzen im Brust- und Herzbereich bekam. Diese lösten solch einen emotionalen und körperlichen Stress bei ihm aus, dass er nicht mehr rational denken konnte und Angst um sein Herz bekam.


Er hat sofort einige Ärzte angerufen und Andrea war die Erste, die ans Telefon ging. Er schilderte ihr das Problem und nachdem sie ihn beruhigen konnte, dass es nichts Kardiologisches sein konnte, probierte er mit einer Faszienrolle die Blockaden zu lösen.

Nach einigen Minuten wurde es dann auch direkt besser, aber so erlebte Thomas solch ein Problem am eigenen Körper.



Psychologische Themen


Nun zum eigentlichen Thema der heutigen Folge. Andrea und Thomas beschäftigen sich beide viel mit psychologischem Stress, Depressionen, Burn out und anderen psychosomatischen Themengebieten. Dieses Interesse ist durch Beobachtungen an eigenen Patienten entstanden.

Man beobachtet Patienten und merkt schnell, dass man mit seinem schulmedizinischen Wissen an Grenzen stößt, wenn es an die Ursachenfindung eines Problems geht.


Man muss die Menschen untersuchen und anfangen zu hinterfragen und nicht nur die schmerzende Stelle untersuchen, sondern auch die umliegenden Stellen.

Man kann und sollte hinterfragen, was mit dem Menschen überhaupt los ist. Und genau hier treffen sich die Ansätze von Andrea und Thomas. Denn in Thomas Praxis behandelt er und Jonas nach dem gleichen Prinzip und gehen mit logischem Menschenverstand vor und hinterfragen auch mal Dinge. Oft ist nämlich auch die Hintergrundstory wichtig.


Thomas und Andrea fragen auch mal nach privaten Dingen, aber nur unter der Bedingung, dass der Patient darauf nicht antworten muss, wenn er das nicht will. Man muss aber auch abwägen, wie weit man dabei gehen kann und man muss lernen, dass man selbst damit nicht jedem helfen kann.

Prinzipiell sollte man nach der Ursache des Symptoms suchen und dieses Problem dann auch bestmöglich beheben. Die wichtigste Frage: Woher kommt z.B. der Schmerz?


Thomas hat das Gefühl, dass sich in den letzten Jahren aber doch einige Therapeuten und auch Ärzte öfter fragen, was eigentlich der Hintergrund des Symptoms ist, auch wenn das nur seine Wahrnehmung in der eigenen bubble ist.



Thomas Panikattacken


Thomas Schnittstelle mit psychologischen Problemen waren seine Panikattacken zu einer sehr stressigen Zeit. Zu dieser Zeit hat er seine Bachelorarbeit geschrieben, sein drittes Studium angefangen, eine Wohnung gekauft, die er jeden Monat mit Betrag x bei der Bank abbezahlen musste, wurde gekündigt und wollte direkt in die Selbstständigkeit übergehen und er hat sich von seiner Ex-Freundin getrennt.

Als seine Panikattacken anfingen, traten sie primär bei Autobahnfahrten auf. Selbst der Gedanke an die Autobahn löste bei ihm physische Reaktionen aus.


So hat er feststellen können, wie sich das psychische auf das physische auswirkt und daraufhin viele Bücher zu diesem Thema gelesen.

Seine Panikattacken hat er versucht mit Eigentherapie und mit Meditation zu behandeln.

Mediation war damals der Zugang zu dem, was er zuvor als Esoterik angesehen hätte, es ihm aber in der Situation sehr geholfen hat.


Es gibt eine große Auswahl an Tools, mit denen man seine Psyche regulieren kann. Selbst etwas mehr auf die Atmung zu achten bringt oft schon sehr viel.

Thomas meditierte sehr viel und tut dies auch immer noch, sodass er in der geführten Meditation auch schon relativ sicher ist. Aber während er eine ungeführte Meditation durchführte, löste ein bestimmter Gedanke trotzdem eine Panikattacke aus, weshalb er auch heute noch lieber geführt meditiert.

Wenn einem nur eine bestimmte Art der Meditation hilft, dann ist auch das völlig in Ordnung. Man sollte das machen, wobei man auch wirklich entspannen kann, sonst bringt Meditation einem auch nichts.


Andrea sagt, Thomas konnte während seiner eigenen Mediation nicht zur Ruhe kommen, sondern es hat in ihm etwas reaktiviert, was Stress auslöste. An der Stelle kann und sollte man dann therapeutisch arbeiten, um die Ursache zu finden.


Thomas ist kein Esoteriker, aber er ist der Meinung, dass man sich irgendwann nicht mehr davor verschließen kann, dass es Thematiken und Problemen und deren Lösungen gibt, die außerhalb des körperlichen liegen. Also wo die Lösung außerhalb dessen liegt, was man körperlich behandeln könnte.



Leistungslimit im Sport vs. Im Arbeitsalltag


„Im Sport sind uns diese Leistungslimitationen klar, aber im beruflichen nicht!“

Es ist aber nicht klar, dass nicht jeder die genetischen Voraussetzungen dafür hat, 80h die Woche zu arbeiten und zu performen. Aber es ist jedem klar, dass nicht jeder die körperlichen Voraussetzungen hat, einen Iron Man zu finishen. Natürlich hat das Ganze auch etwas mit der Fähigkeit zutun, ob man sich selbst regulieren kann, aber auch daran muss man erst einmal arbeiten und/oder diese Fähigkeit trainieren.


Thomas glaubt auch, dass man auch die körperliche Voraussetzung für einen Iron Man haben muss, dann aber trotzdem noch trainieren muss und es auf die Kombination ankommt.

Der Begriff Übertraining ist jedem ein Begriff. Das Nervensystem ist überreguliert und man regeneriert nicht mehr richtig und dann wirkt sich das Körperliche auch auf die Psyche aus. Und das ist dann auch eigentlich genau die Situation die vorliegt, wenn jemand sagt, dass er überarbeitet ist oder einen Burn Out hat. Aber das Problem ist, dass in solch einem Fall niemand den Menschen so in der Tiefe untersuchen würde, wie im Sport.



Andreas Tool Box


Für Andrea ist Meditieren ein eher schwierigeres Tool, da nicht jeder so einfach meditieren und dabei entspannen kann. Sie persönlich kann z.B. beim Eisbaden inklusive einer bestimmten Atemtechnik sehr gut entspannen. Und generell auch mit den verschiedensten Atemtechniken.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man sein Nervensystem aus dem Stress in einen entspannten Zustand versetzen kann. Denn Andrea ist der Meinung, dass man seine Psyche definitiv beeinflussen kann. Zur Regulation des Nervensystems sollte man dann das Tool nutzen, das für einen am besten funktioniert.



Die nächsten 10-20 Jahre in diesem Bereich


Thomas denkt, dass immer mehr Verständnis und das Bedürfnis aufkommt, sich mehr um psychosomatische Probleme zu kümmern und diese auch bei der Ursachensuche mit einbezieht.

Andreas Vision ist es, mehr in dieser Richtung arbeiten zu wollen und zu können. Es beschäftigen sich immer mehr Leute auf den unterschiedlichsten Arten damit und jeder sollte sich die Zeit nehmen, sich mal mit Achtsamkeit, Meditation etc. zu beschäftigen.

Thomas ist der Meinung, dass sich auch die moderne Medizin zukünftig in diese Richtung bewegen wird.


„Selbstheilung ist möglich!“

Thomas hat das auch so gemacht und zeigt, dass es möglich ist. Es klingt zwar irgendwie sehr esoterisch, aber es geht wirklich! Man kann sich selbst aus einem Trauma oder einer schlimmen Phase helfen!



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