Therapie & Performance - mit Physio Malte Gosch

In der heutigen Folge Therapie & Performance hat Thomas einen neuen Gast eingeladen. Anstelle von Jonas ist heute Malte Gosch vor Ort. Er ist ebenfalls Physiotherapeut und betreut Profi Fußballer und ist womöglich einer der besten Therapeuten in Deutschland.

Die beiden haben sich über Maltes Ausbildung und über Grundprinzipien: wie funktioniert Therapie? unterhalten. Malte hat Thomas bezüglich des LWS-Syndroms hart in die Schranken gewiesen und ihm eine ganz neue Perspektive gezeigt. Thomas behauptet, dass es wahrscheinlich die beste Folge für Physiotherapeuten ist, die er jemals aufgenommen hat.

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Malte Gosch


Malte ist 30 Jahre alt, kommt aus Düsseldorf und ist seit ca. 10 Jahren Physiotherapeut.

Momentan ist er in einer Beratungsfirma für Profi Fußballer angestellt und betreut dort diverse Athleten. Nebenher ist auch er selbstständig und betreut auch andere Athleten aus den unterschiedlichsten Sportarten sowie Privatpersonen. Malte und Thomas haben viele Gemeinsamkeiten, weil beide Physiotherapeuten sind und beide die meiste Zeit Profi Fußballer betreuen und behandeln.


Malte hat 2010 Abitur gemacht und anschließend seine Ausbildung zum Physiotherapeuten begonnen. Er war schon immer sehr sportinteressiert und wusste früh, dass er in diesem Bereich arbeiten möchte. Er hatte das Glück, dass sein Ausbilder auch zugleich sein Mentor war und ihm viele verschiedene Bereiche zeigen konnte.

2014 ist er dann nach Essen zu Fusion5 Performance gewechselt und konnte dort dann auch zur Führungskraft aufgestiegen. Fusion 5 betreute damals schon viele Fußballer aus den verschiedensten Ligen und hatte dazu ein stylisches Gym, was nicht typisch für die klassische Physiotherapie ist.


2018 sind sie dann getrennte Wege gegangen und Malte ist in den Beratungsbereich eingestiegen, wo er auch heute noch tätig ist.

Primär ist er Angestellter in der Beratungsagentur und dann von der Agentur die Freiheit bekommen, sich nebenher auch selbstständig zu machen und sich um andere Sportler zu kümmern, die nicht in die Vorgaben der Agentur passen. Für ihn ist es sehr wichtig, auch andere und neue Leute zu behandeln, damit man nicht in die klassische Routine fällt und nur nach Schema F behandelt.



Welche Profis behandelt Malte?


Malte behandelt überwiegend Profi Fußballer aus eigentlich allen europäischen Top Ligen. Sowohl aus der deutschen Bundesliga als auch Spieler aus der spanischen, italienischen und englischen Liga. Mittlerweile aber auch Spieler aus der belgischen und holländischen Liga, aber auch aus der 2. Und 3. Bundesliga.

Sein Fokus liegt hauptsächlich auf Fußball, aber nebenher behandelt und betreut er auch den ein oder anderen Sportler aus anderen Sportarten. Er betreute schon deutsche Feldhockey Mannschaften und auch im Badminton war er tätig. Mittlerweile wird er auch viel über Kontakte zu anderen Sportlern vermittelt.



Wie ist Malte zum Profi Sport gekommen?


Thomas interessiert es brennend, wie Malte zum Profi Sport kam und jetzt dort hauptberuflich tätig ist.

Wie oben schon genannt, hat Malte ganz klassisch seine Ausbildung abgeschlossen und auch dort schon durch seinen damaligen Mentor viele Einblicke in die Welt des Profisports bekommen. Denn sein Ausbilder hat ihn schon damals des Öfteren mit zum Olympiastützpunkt genommen und so konnte er schon früh mit Athleten zusammenarbeiten.


Das Ziel war es daraufhin, sich in einem Sportsektor zu etablieren. Dadurch, dass er seit Tag 1 im Sportsektor bei Fusion5 gewesen ist, hat es ihm den Einstieg sehr erleichtert, den er damals mit einer Hockey Mannschaft der ersten Bundesliga machen durfte. Anschließend ist Malte nebenher in die Regionalliga eingestiegen und hat zu seiner 35h Woche in der Praxis noch zwei Mannschaften betreut. Was natürlich auch mit viel Verantwortung einherging.


Irgendwann kamen dann auch die ersten Profi Fußballer auf ihn zu. Und letzten Endes auch Anfragen von Agenturen und Beratern. So haben sich Thomas und Malte dann auch kennengelernt.


„Es geht immer um die Person, es geht immer um den Spieler. Es geht immer darum, das Maximum für den Spieler zu generieren.“


Wie funktioniert der Körper?


Die Frage danach, wie der Körper funktioniert ist im Endeffekt die zentrale Frage der Physiotherapie!

Grundsätzlich möchte der Körper seinen Energiehaushalt gut regulieren können und eine gute Balance/Gleichgewicht halten. Das sind die beiden Grundprinzipien, die der menschliche Körper verfolgt. Wenn man das versteht, weiß man, was man machen muss, wenn jemand Schmerzen hat. Denn dann ist der Körper aus dem Gleichgewicht geraten und man muss ihn irgendwie dorthin zurückbringen.

Thomas ist der simplen Meinung, dass der Körper also einfach funktionieren möchte. Und wenn er in der Funktion gestört ist, dann möchte er es komprimieren und versucht die Störungen auszugleichen.


Es geht grundsätzlich um Prinzipien und wie man den menschlichen Körper sieht. Jeder hat andere Worte dafür, Thomas sagt z.B. Dysfunktion, Malte sagt Ungleichgewicht, obwohl sie damit denselben Zustand beschreiben wollen. Man muss somit aufpassen, dass jeder die Worte auch gleich oder zumindest ähnlich versteht, denn ansonsten hat man wieder ein Kommunikationsproblem. Denn oft meint man die gleichen Sachen, drückt sie aber auf unterschiedliche Weise aus und versteht sich dann miss.



Was ist eine Blockade?


Blockaden sind auf die verschiedensten Systeme des Körpers zurückzuführen. Ab er grundsätzlich bedeutet eine Blockade, dass ein Ende oder eine Funktionsstörung, die mit einer Verengung und einer Störung einher geht, vorliegt. Man kommt also mechanisch an ein Ende. Man redet aber dennoch von einem kompletten Körper und nicht nur von einem einzigen System. Somit ist es sehr schwer, eine Blockade konkret zu definieren.



Wohin entwickelt sich die Therapie?


Thomas fragt auch seinen heutigen Gast danach, wie er meint, dass sich die Therapie in der nächsten Zeit entwickeln wird.

Malte bekommt relativ viel aus der Physiotherapie Branche mit, da er viel Kontakt zu Leuten hat und auch suchen kann, um viele Informationen zu sammeln. Natürlich lebt auch er in seiner eigenen bubble. Seiner Meinung nach geht die Entwicklung zu eigenen, kleineren Praxen/Trainingsstudios über, die den Gedanken verfolgen, dass sie nicht groß, aber qualitativ sein müssen, um viel zu erreichen. Außerdem sieht er die Reha als ein großes Problem an, was aber auch immer mehr Leute erkennen und deshalb werden immer öfter große und gute Rehazentren geplant und aufgebaut. An sich bekommt Malte aber eher relativ wenig aus dem klassischen Physiotherapie Bereich mit, weil er sich nicht in dem Umfeld bewegt und somit keine Gedanken zu diesem Bereich der Therapie äußern kann.



Maltes Spezialisierung


Grundsätzlich gibt es die Spezialisierungen auf Reha, Schmerztherapie usw.

Malte aber hat sich eher in die Richtung der Therapie von unspezifischeren Schmerzen, wie sie oft bei Profi Fußballern und Profi Sportlern auftauchen, spezialisiert. Er hat aber aus den unterschiedlichen Fachbereichen die Inhalte kombiniert, so dass sie zu seiner Behandlung und Art von Therapie passen und für ihn gut funktionieren.


„Wenn wir die Basis verstehen, dann können wir mit super einfachen, super simplen Sachen gut agieren. Wenn wir sie nicht verstanden haben, machen wir ganz viele spezifische Sachen und verstehen am Ende trotzdem nichts!“


LWS-Syndrom


Über ein paar Umwege und Ausschweifungen über verschiedene Physiotherapie Gruppen in den sozialen Medien kommen Thomas und Malte auf das Thema LWS-Syndrom zu sprechen. Malte äußert hier eine ganz neue Perspektive, worüber Thomas nie zuvor nachgedacht hat.

Für Malte ist ein LWS-Syndrom eine super gute Diagnose, die er auch sehr gerne behandelt.

Denn der Arzt hat alles andere ausgeschlossen und lässt jetzt einen guten Therapeuten das Ganze weiter behandeln, weil er selbst nicht die Zeit und Möglichkeit hat, den Patienten so zu therapieren, wie es nötig ist. Und das ist eigentlich der beste Fall für den Therapeuten, weil der Arzt die Arbeit des Physios so komplett legitimiert.


Thomas gibt Malte an dieser Stelle vollkommen recht und holte ihn komplett aus seiner Perspektive in eine neue rein. Aber das Problem an der Sache ist: dass viele Therapeuten es dann aber nicht hinbekommen, ein LWS-Syndrom richtig zu behandeln! Für andere wiederum ist es eine super Möglichkeit zu zeigen, was man kann


„Es heißt ja dann eigentlich: du bist der Fachmann, mach damit was du meinst!“


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