Therapie & Performance - Rückenschmerzen und 110kg Kreuzheben?!

In der aktuellen Folge Therapie & Performance unterhalten sich Jonas und Thomas über die neu eingeführte Kategorie „Der Fall der Woche“, welche Patientenfälle sie über die Woche in der Praxis haben, welche Probleme und Ursachen vorliegen und erklären welche Behandlungsmethoden sie anwenden. Es geht um den Transfer von Behandlungen zum Training, denn es gibt Patienten mit starken Rückenschmerzen, die am Ende über 110kg Kreuzheben heben. Zum Schluss thematisieren die beiden noch ihre Philosophie, evidenzbasiert und anderen Schnick und Schnack.

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Jonas Fall der Woche


Jonas und Thomas starten direkt mit Jonas „Fall der Woche“ in die neue Folge. Er berichtet über einen jungen Patienten. Ein eigentlich fitter Mann, der immer koordinativ fit war und Mountainbike und Skateboard gefahren ist. Er kam wegen starken Rückenschmerzen in die Praxis und war deshalb auch schon in psychologischer Behandlung, weil er mit dem Schmerzen auch im Alltag nicht mehr klargekommen ist. Thomas behandelte seine Psychotherapeutin und stellt so den Kontakt zu Jonas her.

Alle Ärzte und Orthopäden waren der Meinung, dass die Rückenschmerzen psychosomatisch bedingt seien, was aber hier definitiv nicht der Fall war.

Jonas konnte starke Erfolge mit ihm feiern, aber auch das dauerte seine Zeit und beanspruchte mehrere Behandlungen.


Aber was hat Jonas anders als alle anderen gemacht, sodass der Patient heute schmerzfrei ist?

Zuerst versuchte er den Patienten ganzheitlich zu verstehen, gerade auch da er noch sehr jung war. Jonas stellte sich z.B. die Frage, was er vorher gemacht hat und wo er wieder hinmöchte. Danach nicht nur den Rücken und Schmerzpunkt untersucht, sondern auch das Becken nach möglichen Fehlstellungen untersucht sowie das umliegende Gewebe und Muskeln. Bis hin zu den verschiedensten Funktionstests, um herauszufinden, wo die Schmerzen wirklich herkommen.


Jonas fragte auch gezielt danach, was in der Vergangenheit schon einmal vorgefallen sein könnte und ob es andere Verletzungen gab. Der Patient hatte sich vor einigen Jahren den Mittelfußknochen gebrochen und auch mal das Außenband im Sprunggelenk gerissen.


Somit war es klar, dass man sich auch die Sprunggelenke anschauen und den Knochenstand sowie die Fußwurzel untersuchen muss. Man muss also den Patienten verstehen und den gesamten Körper betrachten!

Thomas sagt immer: „Never train on dysfunction!“ - Dysfunktion = Funktionseinschränkung in allen Ebenen und Strukturen.



Das primäre Problem


Letzten Endes waren der schiefe Beckenstand und die schief stehenden Wirbel in der Wirbelsäule, die sich dann auch auf die umliegende Muskulatur auswirkten, ausschlaggebend für die starken Rückenschmerzen. Somit kamen einige Probleme zusammen, weshalb es auch 6/7 Behandlungen brauchte, bis er annähernd schmerzfrei war.


Nach den Behandlungen verspürte er direkt viele Besserungen im Alltag und konnte wieder viel länger am Stück sitzen und sich auch wieder vorbeugen ohne den einschießenden Schmerz. Auch die Blockaden im Kopf lösten sich nach und nach, sodass er wieder mehr Vertrauen in den eigenen Körper bekommen hatte.

Nachdem der Patient schmerzfrei war, ist Jonas mit ihm wieder ins Training eingestiegen. Sie arbeiteten überwiegend mit vielen Grundübungen und etlichen Abwandlungen davon wie z.B. Kreuzheben mit einer Erhöhung. Der Patient wurde von Zeit zu Zeit sicherer und traute sich immer mehr zu. Man muss also entspannt und mit einfachen Übungen beginnen, um das nötige Vertrauen aufbauen zu können. Erst den Zustand der Schmerzfreiheit erreichen, dann diesen Zustand stabilisieren und beibehalten, Vertrauen aufbauen und dann erst ins Training einsteigen. Den Patienten also in mehreren Dimensionen unterstützen.


Jonas trainiert jetzt schon über 4 Monate, 2x die Woche die Woche mit ihm. Mittlerweile sind 110kg Kreuzheben, 90kg Kniebeugen und 80kg Bankdrücken gar kein Problem mehr. Der Patient ist sogar so weit, dass er sich eigenen Gewichte für zu Hause besorgt hat, um auch dort trainieren zu können. Er ist somit schmerzfrei und hochmotiviert.


„Das Schöne ist es, wenn du diese Erfolge mit den Patienten feiern kannst. Und das ist die große Motivation!“.


Logisches Denken – Thomas Fall der Woche


Man muss einen Patienten auf vielen verschiedenen Ebenen betrachten und verstehen. Die Behandlung basiert auf logischem und vertrauen basiertem Vorgehen.


Thomas hatte eine Patientin, deren Kopf schief Stand. Schon seit ca. einem Jahr und die Ärzte sagten, es würde von einer Entzündung in der Halswirbelsäule kommen und versuchten, die Schmerzen mit einer Spritze zu lindern. Das Problem an der Sache: Es fehlte der logische Denkansatz. Denn solch ein schiefstehender Kopf kann nicht durch eine Entzündung in der HWS kommen. Thomas sind schnell viele weitere Problemstellen aufgefallen, die er behandeln muss. Er hat die Patientin in allen Dimensionen betrachtet und seine Erkenntnisse logisch ergänzt. Ganzheitliche Diagnostik ist ein zentrales Thema, denn manchmal ist der Tastsinn besser als jedes andere Diagnosewerkzeug und vor allem besser als ein Röntgenbild. Man muss die Funktionsketten verstehen und nicht nur am Schmerzpunkt untersuchen und behandeln.


Das Problem ist, dass oftmals nicht nach der Ursache gefragt und untersucht wird und nur der schmerzende Bereich im Vordergrund steht. Oft wird direkt etwas gespritzt, anstatt den Patienten ganzheitlich zu untersuchen.

Thomas nennt im Podcast sehr viele verschiedene und interessante Beispiele zu diesem Thema. Wenn du mehr darüber erfahren willst, dann höre dir diese Folge auf Spotify oder Apple Music an.



Jetzige Philosophie


Abschließend thematisieren die beiden noch ihre jetzige Behandlungsform und Philosophie. Jonas und Thomas arbeiten stark evidenzbasiert und mit einer logischen Herangehensweise.

Es ist wichtig, Primärerfahrungen zu sammeln und aus ihnen zu lernen. Durch Anfassen und „experimentelles“ Behandeln lernt man viel mehr dazu, als wenn man immer nur seine alten Behandlungsmethoden folgt.

Man muss einfach mit unterschiedlichen Herangehensweisen an seine Patienten herantreten und seine Methoden und die daraus resultierenden Ergebnisse auch hinterfragen. Hierbei spielt auch das Feedback der Kunden eine wichtige Rolle. Weil genau das könnte das Problem bei Ärzten sein. Denn diese bekommen selten mit, was nach ihrer Behandlung passiert und können so ihre Methoden auch nicht weiterentwickeln. Und wenn die eigene Therapie nicht wirkt, dann muss man eben umdenken und aus seinen Erfahrungen lernen!



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